Homosexualität Archiv

28 Jun 2016

Der CSD Frankfurt ändert auf öffentlichen Druck hin sein Motto „Lieb geil“

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Der Frankfurter Christopher Street Day wird in diesem Jahr am 16. Juli stattfinden. Kein Grund, dass es nicht bereits heute einen Shitstorm geben sollte! Das folgende Motto hatten sich die Organisatoren überlegt, um auf ironische Weise zu unterstreichen, dass sie gegen Nazis sind:
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Der Führer des Umzuges sollte ein gewisser A.H. mit sympathischem Bärtchen sein, der zum Gruße regelmäßig das Motto „LIEB GEIL!“ gerufen hätte:
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Nun jedoch haben die Veranstalter einen Rückzieher gemacht und kurzfristig ein neues Motto präsentiert: „Liebe gegen Rechts!“ Und auch von der Maskottchenfigur Adrian H. hat man sich mittlerweile distanziert und die Verlinkung zum Vorstellungsvideo der Kunstfigur von der offiziellen CSD-Website ausgemerztgelöscht.
CSD-Sprecher Joachim Letschert teilte zu dem Umschwenk mit, die Kritik aus der Community wäre massiv gewesen. Einige Gruppen hätten erklärt, die Parade durch die Innenstadt zu boykottieren oder sogar GegenschlägeGegenveranstaltungen zu initiieren.
Einer der ersten Kritiker war das Autonome Schwulenreferat der Goethe-Uni. Sie fürchteten, rechte Symbole würden durch einen satirischen Umgang eher legitimiert.

Wir hatten Angst, dass die Stimmung außer Kontrolle geraten könnte, wenn viele Menschen das Motto rufen und vielleicht noch den Arm dazu heben

Das Präventionsprojekt der Aidshilfe „Hessen ist geil“ erklärte weiter:

Symbolik, die an Völkermord erinnert, eignet sich nicht zur Aneignung, insbesondere nicht NS-Symbolik, reproduziert durch Deutsche.

Und auf Facebook sammelte sich Blitzartig Kritik, die Kampagne sei unter anderem eine äußerst unappetitliche Zumutung und unglaublich gedankenlose EntartungEntgleisung.

Bei all der Kritik, man dürfe nicht einfach über Hitler lachen, muss man sich allerdings fragen: Sind dann alle Hitlerparodien der letzten Jahre vollkommen unangemessen gewesen? Warum sollte man denn eigentlich nicht über ihn lachen dürfen? Ist das dann Blasphemie oder wie? Ist nicht Satire ein wichtiges Medium, um Dinge wie das 3. Reich zu verarbeiten oder heutige Probleme anzuprangern?
Und haben die unendlich liberalen und toleranten Socialmedia-Nutzer nicht gerade erst bei Böhmermanns Schmähgedicht regelmäßig bekräftig, „Satire“ dürfe alles? Erstaunlich, wie es ein absolutes Nogo ist, wenn Erdogan „die Freiheit von Satire beschneiden will“, auch wenn der konkrete Fall wirklich zutiefst beleidigend ist. Wenn allerdings Witze über Hitler gemacht werden, überbietet sich die Queer-Gemeinschaft darin, sich das eigene Mundwerk zu verbieten, denn Satire gegen Rechts sei gedankenlos und unappetitlich.

Die Organisatoren schienen auch nicht ganz glücklich mit dem nun geschlossenen Kompromiss zu sein. Sie betonten, sie hielten es nach wie vor für notwendig, ein Thema auch provokant darzustellen. Viele Mottos verpufften ihrer Meinung nach schnell, wenn sie nicht provokant genug seien. Die Welle der Empörung, die ihnen entgegengeschlagen sei, hätten sie mit Bestürzung aufgenommen, das Motto wäre doch unmissverständlich gegen Rechts gewesen, „ein Mann in rosa Uniform und Hitler-Bärtchen ist doch eindeutig eine Parodie“.

Was meint ihr dazu:
War der Shitstorm gegen das Motto „Lieb geil!“ gerechtfertigt, denn Witze über die NS-Zeit verharmlos die damals angerichteten Gräueltaten?
Oder hätten sich die Kritiker mal nicht ins Hemd machen sollen: Bei Böhmermann durfte Satire noch Ziegenficker sagen, jetzt hingegen sollen auf einmal nichtmal mehr rosa Uniformen erlaubt sein?! Gerade der humoristische Vergleich der heutigen Rechten mit der Hitlerdiktatur, die auch mal klein angefangen hat, ist doch wichtig, um die Gefahren des Extremismus im Blick zu behalten!

16 Feb 2016

Manny Pacquiao findet Tiere schlimm und Homosexuelle noch schlimmer

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pacquiao

Manni Pacquiao, hierzulande vor allem bekannt durch seinen vielbeachteten Boxkampf vom Mai 2015 gegen Floyd Mayweather, hat in einem Fernsehinterview folgendes festgestellt:

Sehen sie bei Tieren, dass männliche mit männlichen und weibliche mit weiblichen zusammen sind? Die Tiere sind besser. Sie kennen den Unterschied zwischen männlich und weiblich.

Da Homosexuelle auf den Philippinen ohnehin einen schweren Stand haben sollte das in seiner Heimat eigentlich nicht für großen Aufhebens sorgen. Aber weit gefehlt: In unserer heutigen, globalisierten Welt bleibt keine Äußerung lokal und so hat es nicht lang gedauert, bis der Shitstorm seinen Anfang nahm, weshalb sich Freizeitpolitiker Pacquiao bereits genötigt sah, sich via Twitter zu entschuldigen.
Aber entscheidet ihr: Sollen sich die Betroffenen mal nicht ins Hemd machen, schließlich hat er sich ja entschuldigt oder soll Pacquiao nach dieser fadenscheinigen Entschuldigung weiter mit Kacke beworfen werden, wie es auch die Tiere mit ihm tun würden?