23 Aug 2016

Drogen-Shitstorm gegen den österreichischen Politiker Oliver Schönsleben

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Drogen sind in der Politik heutzutage ein immer präsenter werdendes Thema. Vor allem die Legalisierung von Marihuana wird immer wieder in den Raum gestellt und wird wegen mitunter durchaus nachvollziehbarer Argumente, insbesondere im Vergleich zum legalen Alkohol mittelfristig wohl tatsächlich stattfinden. Es ist einfach nicht angemessen, dass Alkohol und Tabak, die zigtausende Menschen und auch unzählige Unbeteiligte (Unfallopfer, Passivraucher, Alkoholschwangerschaften) jährlich das Leben kosten, weiterhin legal sind, während das verhältnismäßig wenig gefährliche Gras weiterhin verboten ist. Da gleichzeitig bereits bekannt ist, was passiert, wenn man nun konsequenterweise auch den Alkohol verbietet, wie es die Amerikaner mal probiert haben, dürfte über kurz oder lang damit zu rechnen sein, dass die Droge Marihuana, die längst in Teilen der Gesellschaft angekommen ist und z.B. in den Niederlanden seit langem kein größeres Problem darstellt, in immer mehr Ländern legalisiert wird.
drogen
Portugal ging vor einigen Jahren sogar noch einen Schritt weiter und „entkriminalisierte“ mit einem Mal sogar den Konsum aller Drogen. Die positiven Effekte sind dabei recht beeindruckend: Die Konsumzahlen gingen leicht zurück, insbesondere reduzierten sich die Ansteckungen mit HIV und Hepatitis durch infizierte Spritzen dramatisch. Der Politiker der österreichischen Grünen Oliver Schönsleben griff einen Bericht über diese positive Entwicklung auf und fragte daher via Facebook:

Mit seiner mutigen Drogenpolitik hat Portugal viel erreicht […] Wie mutig ist Österreich?

Und es dauerte nicht lang, bis er dafür aufs schärfste Kritisiert wurde, gleichsam aber natürlich auch viel Zustimmung bekam.
Von der FPÖ wurde er beschimpft, „Der Klubobmann der Mariahilfer Grünen entpuppt sich als Vertreter der Drogen-Lobby“ und unter dem Hashtag „#durchgeknallt“ titulierte man ihn als „geisteskrank“, während die der FPÖ nahestende Website erstaunlich.at die Meinung vertrat:

Ein Land, in dem sämtliche Drogen freigegeben werden, hat keine mutige sondern eine völlig verantwortungslose und idiotische Drogenpolitik.

Doch wie passt diese Sichtweise zu den tatsächlichen Erfolgen in Portugal?

Was meint ihr dazu:
Ist der Shitstorm gegen Schönsleben gerechtfertigt, denn eine Legalisierung harter Drogen ist einfach geisteskrank, verantwortungslos und würde Drogenprobleme massiv verschärfen?
Oder sollen sich die AfDFPÖ-Anhänger mal nicht ins Hemd machen und ihre Augen öffnen: Die Kriminalisierung der Opfer von Drogen ist einfach der falsche Weg. Und bei manchen Drogen sollte man generell mal drüber nachdenken, die auf einem im Verhältnis zum Alkohol angemessene Stufe zu stellen.

21 Aug 2016

Shitvote: Der Shitstorm Woche #21

Sonntag. Zeit für eine Analyse der vergangenen Shitstormwoche. Dieses Mal im Rennen um den Shitstorm der Woche:
– Jesse Newtons Staubsaugroboter hat Buchstäblich einen Shitstorm in seiner Wohnung verursacht.
– Ein Lepiziger Polizist hat seine Maschinenpistole verbummelt.
– TV-Physiker Harald Lesch hat uns das AfD-Wahlprogramm erklärt.
– Die „Hahner-Zwillinge“ haben Olympia als Werbeplattform missbraucht und nach ihrer schlechten Marathonleistung fröhliche Werbefotos von sich schießen lassen.
– Selena Gomez hat den #Biebxit verursacht. Justin Bieber ist jetzt nicht mehr auf Instagram.
Wer hat sich Platz 1 verdient:



Außerdem nun die Ergebnisse der letzten Woche:
1. Platz:
Die absolute Mehrheit von wahnsinnigen 77% haben sich die Trump Söhne Donald Jr. und Eric geholt, weil von ihnen Bilder auftauchten, auf denen sie stolz mit ihren seltenen Jagdtrophäen posierten. Leoparden, Elefanten und Büffel darunter. Das kam sowohl beim amerikanischen Wahlvolk als auch bei den interessierten Deutschen nicht so gut an, wenngleich die Fotos eigentlich schon von 2012 waren.
2. Platz:
14% der Stimmen gabs für Instagram, das mal wieder einen rassistischen Fotofilter veröffentlich hat. Per Knopfdruck konnte man sich mit dem mittlerweile wieder deaktivierten Tool zum Asiaten machen, indem das Gesicht Mangamäßig verformt wurde. Instagram betonte hingegen, es sei gar kein Asiafilter, sondern eben ein Comicfilter, deshalb sei es gar nicht rassistisch. Hat nicht jeder geglaubt…
3. Platz:
9% hat sich das russische Verteidigungsministerium geholt für seine Kriegsverherrlichenden „Army Games“. Zeitgleich zur Olympiade in Rio fanden im Südwesten von Moskau Kriegsspiele mit Panzern und anderem Armeegerät statt, wie z.B. Panzerbiathlon (Panzerwettrennen + Zielschießen) und Wettkochen mit der Gulaschkanone. Die Utopie, dass diese Armeespiele irgendwann vielleicht sogar echte Kriege ersetzen könnten, hielt offenbar nicht jeder für realistisch.

19 Aug 2016

„Shitstorm“ wegen Staubsaugroboter

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Ein Staubsaugroboter ist für immer mehr Menschen eine Errungenschaft, die einem eine der lästigsten heute noch verbliebenen Hausarbeiten abnimmt. Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen und Wäschetrockner sind heutzutage längst Standard. Fensterputzroboter, Wischroboter und Staubsaugroboter hingegen noch recht junge Geräte.
Bei Jesse Newton und seiner Familie aus dem US-Bundesstaat Arkansas hilft seit einiger Zeit ein Gerät der Firma Roomba fleißig im Haushalt mit. Jede Nacht um 1:30 Uhr macht sich der Staubsauger auf den Weg, um am nächsten Morgen eine saubere Wohnung zu präsentieren. Nun haben Staubsaugroboter ihre Tücken: Viele vertragen sich nicht gut mit herumliegenden Kleingegenständen, Kabeln und Schnürsenkeln und allgemeiner Unordnung, aber wenn man so ein Gerät besitzt, gewöhnt man sich schnell daran und hält auf dem Fußboden Ordnung, man lässt sich gewissermaßen von einer Maschine zum besseren Erziehen. Jesse Newton scheint sehr zufrieden zu sein mit seinem Gerät, kürzlich wachte er allerdings wegen seines nächtlichen Helfers recht unangenehm auf. Es gibt nämlich anscheinend eine Sache, die ein Roomba noch weniger mag als herumliegende „Gegenstände“: Hundewelpen, die noch nicht stubenrein sind.
Newtons dreijähriger Sohn konnte nachts nicht schlafen (warum bloß?!) und krabbelte zu seinen Eltern ins Bett. Dabei wunderte sich Newton, was auf einmal nach Hundekacke roch und stellte Fest: Die Füße des Sohns. Kurz darauf stellte er fest: Alles.
Offenbar hatte der kleine Hund sich auf dem Teppich erleichtert und der Staubsauger im Anschluss mit seiner Arbeit begonnen, die ganze Wohnung zu versauen.

In Kürzester Zeit verwandelt der Roboter das Haus in ein Jackson-Pollock-Kunstwerk aus Kacke. Es ist auf den Dielen. Es ist an den Tischbeinen. Auf den Teppichen. Auf den Läufern. Auf den Spielzeugkisten der Kinder. Wenn etwas nahe des Bodens war, ist es jetzt voller Kacke.

Zur Veranschaulichung des Kunstwerkes fertigte er diese herrliche Skizze an:
roomba
Noch in der Nacht musste Newton daher seine komplette Wohnung einweichen und putzen und damit vermutlich mehr Zeit investieren, als er je durch gespartes Staubsaugen gespart hat. Aber zumindest in Zukunft dürfte ihm dieses „Malheur“ nicht wieder passieren… Den endgültig versauten Roomba, der bei der Reinigungsaktion leider einen Wasserschaden erlitt, ersetzte Roomba nach Publikwerden der Geschichte übrigens bereitwillig. Gleichzeitig gab man bei Roomba auch kund, man kenne das Problem und es sei kein Einzelfall.

Wir haben noch keine Lösung für das Problem, aber es ist definitiv eine Sache, um die unsere Entwickler wissen.

Das hätten sie Jesse Newton mal vorher sagen sollen…

Ihr seid dran 😜:
Hat in Jesse Newtons ein echter „Shitstorm“ gewütet?
Oder soll Newton sich mal nicht ins Hemd machen, war doch gar nicht so schlimm?

18 Aug 2016

Shortstorm: Lepiziger Polizist verbummelt seine Maschinenpistole

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Die Leipziger Polizei berichtete vergangene Woche, bei einem Einsatz sei ein „Ausrüstungsgegenstand“ verloren gegangen. Nachdem Spekulationen um den Gegenstand ihren Anfang nahmen, wurde dann bald präzisiert: Ein Polizeibeamter hatte seine Maschinenpistole verloren. Im Anschluss begann eine groß angelegte Suchaktion mit 30 Beamten und Sprengstoffhunden, die leider nicht mehr als das Magazin der Waffe wieder auftreiben konnten. Die scharfe Waffe selbst hingegen blieb weiterhin verloren. Nun stellt die Polizei die Suche ein.
mp
Auf Twitter äußerten sich die meisten User nach dem Vorfall mit hämischen Kommentaren:

– wer noch nie eine maschinenpistole verloren hat, der werfe die erste kugel
– Polizei Leipzig verliert eine #Maschinenpistole. JVA #Ronsdorf vermisst 1000 Schuss Muniton. Das Darknet geht offline.
– „Ein Polizist hat im Einsatz seine Maschinenpistole verloren…“ – Ja, kenne ich, mir kommen im Büro immer die Kugelschreiber abhanden..

mp2

Was meint ihr dazu:
Hat sich der schusselige Polizist einen Shitstorm verdient, weil man mit Dienstwaffen etwas sorgfältiger umgehen muss als mit Kugelschreibern, die man irgendwie andauernd irgendwo verbummelt?
Oder sollen sich die Leute mal nicht ins Hemd machen: Jeder hat doch schonmal was verloren, viel schlimmer sind hingegen unehrliche Finder, die selbst verlorene Portemonnaies mit Personalausweis etc. nicht zurückgeben (oder eben Maschinenpistolen 🔫)!

17 Aug 2016

TV-Physiker Harald Lesch erklärt das AfD-Wahlprogramm

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Harald Lesch, vielen wissbegierigen Fernsehzuschauern bekannt durch Formate wie „Leschs Kosmos“ oder „Terra X“ hat sich in einem Internetvideo dem Wahlprogramm der AfD angenommen. Da er Physiker ist und sich daher in seinem eigenen Kompetenzgebiet verdingen wollte, griff er dazu die Programmpunkte der AfD zu den Themen Klimawandel und Energiewende heraus. Für seine Einschätzung und das Fazit, die Aussagen der AfD gingen „an der Wirklichkeit vorbei“ erntete er im Anschluss einen gehörigen Shitstorm.

Zahlreiche AfD-Anhänger schickten Lesch im Anschluss Hassmails, reichten Beschwerden beim Intendanten des ZDF ein und sogar beim Präsidenten der LMU München, Leschs Universität.
Gleichfalls mehrten sich im Anschluss allerdings die ebenso hasserfüllten Postings von Leschs Befürwortern, die ihren Gegnern die absolute Dummheit und noch viel mehr unterstellten. Spiegelbild der heutigen Shitstormgesellschaft: Beleidigungen en Masse, allerdings nicht das geringste Anzeichen von Diskussionsbereitschaft. In einem weiteren Video setzte Lesch sich bereits mit diesem Hassphänomen auseinander.

Es fanden sich allerdings auch bedachtere Stimmen, die Kritik an Leschs Methode äußerten. Unter anderem wurde dabei kritisiert, dass Lesch sich ab der Videostelle 5:37 darüber auslässt, wie die AfD Daten verfälschend wiedergibt, indem sie sich einen Zeitausschnitt herausgreift, der für ihre Thesen passend ist. Gleichzeitig versucht Lesch kurz darauf jedoch nicht einmal, der vorprogrammierten Kritik Wind aus den Segeln zu nehmen, dass er genau dasselbe täte. Zumindest allein aus dem Video heraus ist seine Methodik keinen Deut besser.
Wenn Lesch also Kant zitiert „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, dann muss er wohl damit rechnen, dass manch einer nach seinem Video immer noch nicht überzeugt ist. Dazu bedarf es dann etwas mehr als 9 Minuten und 55 Sekunden.

Was meint ihr dazu:
Hat sich Lesch den Shitstorm verdient, weil er eine Methode kritisiert, die er im gleichen Atemzug selber anwendet und weil er sich zu wenig Mühe gibt, glaubwürdiger als die AfD (😜) zu sein?
Oder sollen sich die AfDler nicht ins Hemd machen, wenn ein Physiker ihnen mal erklärt, dass ihre Weltsicht so einfach nicht zur realen Welt passt?