4 Aug 2016

Microsoft begibt sich auf dünnes Eis und warnt Benutzer aktiv vor der Nutzung von Google Chrome

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Microsoft kann es nicht lassen. Immer wieder wurde der Konzern seit dem Jahr 2004 dafür verurteilt, dass er seine marktbeherrschende Stellung bei Computern zum Nachteil der Konkurrenz ausnutzt. Über 90% aller PCs laufen mit einem Betriebssystem von Microsoft. Diese Tatsache hat Microsoft seit Mitte der 90er nachweislich wiederholt ausgenutzt, um Konkurrenten aus dem Geschäft zu drängen. Opfer davon waren seitdem Browserhersteller, Anbieter von Mediaplayern und die Hersteller von Virenscannern und Firewalls.
So wurde in den 90ern der damalige Browser-Marktführer Netscape dadurch aus dem Markt gedrängt (und in den Ruin getrieben), dass Microsoft den Internet Explorer in Windows fest integrierte. Microsoft wurde später zu hohen Strafzahlungen verurteilt und musste Nutzern aktiv eine Auswahl von Fremdbrowsern anbieten. Später wurde Microsoft wegen des Windows Media Players verurteilt und musste eine spezielle Version seiner Betriebssysteme ohne den Media Player auflegen. Insgesamt haben sich die von der EU auferlegten Strafen seitdem auf über 2,2 Milliarden Euro aufsummiert.
Für Microsoft anscheinend Peanuts, denn nicht nur versuchte man bis zum letzten Wochenende Nutzern mit zweifelhaften Methoden die Datenkrakedas neue Betriebssystem Windows 10 aufzuzwingen, sondern man versucht seit Kurzem auch wieder, mit unlauteren Methoden die Vormachtstellung bei den Webbrowsern zurückzuerobern:
mschrome
Immer mehr Chrome-Nutzer und auch Firefox-Nutzer bekommen in den letzten Tagen auf ihrem Desktop Warnungen angezeigt, sie sollten auf den Microsoft Browser „Edge“ wechseln, weil das Strom sparen würde. Dass diese aggressive Werbung Microsoft erneut vor europäische Gerichte bringen wird, darf bezweifelt werden. In abgeschwächter Form ist es jedoch ähnlich wie in früheren Tagen: Microsoft missbraucht seine Marktmacht, um sein eigenes Produkt zu vermarkten und die Konkurrenz kann nichts tun, außer dabei zuzusehen. Zudem ist es definitiv für die Nutzer ein Ärgernis, ungewollt mit solcher Werbung konfrontiert zu werden.
Was meint ihr:
Hat Microsoft für seine ständig verwendeten unlauteren Methoden einen Shitstorm verdient, denn der Konzern beweist immer wieder aufs Neue, dass ihm ein Gerichtsurteile am Arsch vorbeigehen?
Oder sollen sich die Leute wegen eines Werbepopups nicht so ins Hemd machen? Ist doch außerdem gar nicht so schlecht, darauf hingewiesen zu werden, wenn der Edge wirklich weniger Strom verbraucht!

Comments
  1. 10 Monaten ago

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