Prasserei Archiv

26 Jul 2016

Massiver Kurssturz: Nintendo-Anleger realisieren, dass Pokémon Go gar nicht von Nintendo programmiert wurde und obendrein kostenlos ist

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Pokémon Go ist ein Phänomen. Seit dem Release des Spiels in den USA am 6. Juli dominiert das Spiel die Medien wie kein anderes Thema. Innerhalb von nicht einmal 3 Wochen wurde das Spiel bereits über 75 Millionen mal heruntergeladen. Zum Vergleich: Die Datingapp Tinder hat für 100 Millionen Downloads gute 4 Jahre gebraucht. Bereits in den ersten Tagen nach dem Release wurde dabei klar, dass das Spiel ein echter Hype werden würde und schon am 11.7. wurde vermeldet:

„Pokémon Go“ lässt Nintendo-Aktie explodieren – Kurs in Japan um über 20 Prozent gestiegen

Schnell kamen die obligatorischen Antworten der Nichtanleger: „Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich investiert! So ein Pech, dabei hatte ich es vorher schon im Gefühl!“ (oder so ähnlich).
Der Hype war aber noch lange nicht vorbei und es stand die Veröffentlichung des Spiels in Europa bevor, daher fanden sich in in Reaktion darauf offensichtlich noch viele Anleger, die an einen weiteren Kursanstieg Nintendos glaubten. Am 12.7. wurde daher vermeldet:

„Pokémon Go“ steigert Nintendos Börsenwert um fast 60 Prozent – Der Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ hat den Börsenwert des japanischen Videospielekonzerns Nintendo binnen weniger Tage in die Höhe katapultiert

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Und wer glaubte, dass der Hype um Pokémon Go nun allmählich im Börsenwert von Nintendo eingepreist wäre, wurde binnen kürzester Zeit eines besseren belehrt, als es bereits am 15.7. hieß:

Börsenwert von Nintendo dank „Pokémon Go“ verdoppelt – Nintendo dank Pokémon Go-Begeisterung wertvoller als Sony

Wie traurig für all diejenigen, die es schon vorher geahnt, sich aber nicht getraut hatten…allmählich mehrten sich dann aber auch etwas kritischere Stimmen und so bemerkte z.B. der japanische Analyst Toshiyuki Kanayama, dass die Kursrally in Anbetracht des gesellschaftlichen Phänomens zwar nachvollziehbar sei, es aber trotz allem unklar sei, wir stark sich dies auf Nintendos Gewinne auswirken würde.
Am 18.7. wurde mit einem Kurs von 272 Euro und einem Wachstum um knapp 120% in weniger als 2 Wochen der Gipfel erreicht, bevor die Anleger begannen, ihre Aktien wieder loszuschlagen und die Gewinne nach Hause zu bringen.
Nachdem Nintendo am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt hatte, Pokémon Go werde mehr oder weniger keinen Einfluss auf die Geschäftszahlen haben, machte sich dann Ernüchterung breit. Seit ihrem Höhepunkt hat die Aktie nun bereits wieder 1/3 ihres Wertes verloren und notierte am Montagabend noch bei 185 Euro. Selbst die Veröffentlichung des Spiels im Pokémonverrückten Japan konnte diesen Fall nicht bremsen.
pokemon
Und prompt lauteten die Schlagzeilen etwa so:

Nintendo-Aktie stürzte ab: Ernüchterung über „Pokémon Go“ – Nintendo mit größtem Kurssturz seit 26 Jahren

In der Zwischenzeit hat sich anscheinend auch herumgesprochen, dass Nintendo bei allem Erfolg von Pokémon Go ohnehin nur über seine 33 prozentige Tochter „The Pokemon Company“ Kooperationspartner ist, die die Marke Pokémon an den Entwickler Niantic Labs lizensiert. Und von allen hypothetischen Einnahmen würden die Appstorebetreiber Apple und Google obendrein nochmals 30% einbehalten. Kein Wunder, dass sich Nintendo von dem Spiel zunächst keine so stark sprudelnden Gewinne verspricht, wie sich viele Investoren erhofft hatten. Die Analysten wussten das natürlich mal wieder schon vorher:
„Es war stets recht offensichtlich, dass die Einnahmen für Nintendo diesen Kursanstieg nicht rechtfertigen. Die Tatsache, dass das Unternehmen dies nun bestätigt hat, sollte niemanden schockieren.“
Die Glaskugel wurde aber auch wieder herausgeholt: Das Kursplus von gut 50 Prozent im Vergleich zum Niveau vor Markteinführung von Pokémon Go spiegele den erfolgreichen Einstieg von Nintendo in den stark wachsenden Markt für Handyspiele angemessen wider, denn Börsianer erwarten durch in-App-Käufe einen Gewinnschub von umgerechnet 400 Mio. Euro für Nintendo. Anscheinend können die Analysten diesen Gewinn besser abschätzen als Nintendo selbst.

Naja, was meint ihr:
Sind diese stormartigen Turbulenzen der Nintendoaktie gerechtfertigt, denn das Spiel Pokémon Go wird die Smartphonewelt nachhaltig umkrempeln und Nintendo und seine Anleger reich machen?
Oder sollen sich die Pikachufans mal nicht vor Aufregung ins Hemd machen und an der Börse ihr Erspartes verzocken: In ein paar Wochen steht die Aktie wieder da, wo sie vorher stand und keine Sau interessiert sich mehr für dieses überhypte Spiel?

10 Jun 2016

Shitstorm gegen Justus, TUM – BWL

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Bild.de hat auf seiner Unterseite für Teenager (Oh Gott, die fangen schon bei Jugendlichen mit dieser schwachsinnigen Gehirnwäsche an) Byou einen neuen Shitstorm aufgetan:
Der Facebook Emporkömmling und laut eigenen Angaben „abartig reiche“ Justus wird in den Kommentaren unter seinen Facebook-Beiträgen ganz schlimm beleidigt.
Regelmäßig postet Justus auf seinem Account wichtige Weisheiten des Reiche-Schnöselstudentenlebens. Dank dem Hinweis von Byou wissen wird nun natürlich, dass Justus eine Fantasiefigur ist, sonst hätten wir glatt noch geglaubt, dass Posts wie der Folgende ernstgemeint sind:
justus2
Tatsächlich gibt es aber wohl Menschen, denen es auch nach eingehendem Studium von Justus‘ Facebook-Seite nicht gegeben ist, zu erkennen, dass es sich um eine Scherzseite handelt (mittlerweile gibt’s sogar ein Impressum!). Byou titelt zu deren Beleidigungen, die Justus nun ertragen muss:

Du dreckiger Junge – Drohungen und Beleidigungen gegen „BWL-Justus“

Ursprünglich lautete der Titel übrigens statt „Du dreckiger Junge“ etwas anders:

Ich brech dir das Genick – Drohungen und Beleidigungen gegen „BWL-Justus“

Byou hat den Titel dann allerdings rasch geändert, als Justus-Fans aufgefallen ist, dass der Titel absoluter Unsinn war. Solch eine Drohung hat es nämlich außerhalb der kreativen Köpfe der Bildmitarbeiter nicht gegeben.
Unter den Beleidigungen waren z.B. die Folgenden:

– Sie haben die Taschen voller Geld und im Kopf nur Stroh
– Ich hoffe dass deine Sprüche nur Spass sind, solltest du das wirklich ernst meinen hast du einen richtigen Schuss weg Junge!
– Du dekadentes Aas!
– du Hurensohn

Und der folgende Text war vermutlich die Inspirationsquelle für Byous ursprünglichen Titel:
justus3

Was sagt ihr dazu:
Hat der dreckige Justus sich den Shitstorm verdient für sein ekelhaft dekadentes Auftreten? So unverschämte Schnösel, die auf Staatskosten BWL studieren muss man sich ja wohl nicht bieten lassen!
Oder sollen sich die Leute mal nicht ins Hemd machen: Im Gegensatz zu Justus müssten sie die danach nämlich waschen, statt einfach neue zu nehmen. Diese Armut, einmal eingepinkelte Hemden nochmal zu tragen ist doch das eigentlich ekelhafte.

Nachlese: Bild.de

3 Jun 2016

Die Startup-Bank „Number26“ schmeißt unliebsame Kunden raus

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Number23(ach nee, das war was anderes…) Number26 gilt als aufstrebendes, frisches Finanzunternehmen, das den alteingesessenen Banken in Deutschland und anderen Ländern mittelfristig gehörig das Leben schwer machen könnte. Die Berliner Gründer des Unternehmens haben ein Girokonto entwickelt, dass sich voll auf eine Smartphone-App konzentriert, womit sie laut eigenen Angabene bereits 160.000 Kunden gewinnen konnten.
number26
Doch seit einigen Tagen kämpft die Firma mit einem heftigen Shitstorm, da sie mehreren hundert Kunden zum 1. August ohne Begründung das Girokonto gekündigt hat. Da die „Bank“ Number26 keine eigene Bankenlizenz hat, ist sie auf die Kooperation mit der „Wirecard Bank“ angewiesen, über die auch die zum Konto gehörige Mastercard realisiert wird. Geld einzahlen kann man über den Service des Startups „Barzahlen“ an Kassen vieler Supermärkte.
Weil Number26 bereits im vergangenen Jahr diverse Kunden aufgefordert hat, weniger oft Geld abzuheben, wird nun gemutmaßt, dass die gekündigten Konten damit zusammenhängen, dass die betreffenden Kunden dem Unternehmen zu viele Kosten verursacht haben, und zwar weil der Partner Wirecard für jede Abhebung Gebühren von Number26 erhebt. Anscheinend hat das Startup mit dem Versprechen kostenloser Bargeldabhebungen im Angesicht von Kunden, die diesen Service tatsächlich nutzen, etwas zu voll genommen. Entsprechend hat sich auf der Facebook-Seite des Unternehmens ein Shitstorm entladen von Kunden, die trotz vertragsgemäßem Verhalten einfach gekündigt wurden. Die Bewertungen des Unternehmens auf Facebook sanken in der Folge (bei englischer Spracheinstellung auf Facebook, anscheinend hat Number26 viele Englischsprachige Kunden) binnen zweier Tage von über 4 Sternen auf nur noch 2,8 Sterne. Nicht gerade abgeschwächt wurde der Shitstorm dann, als der Chefentwickler von Number26 gerade in diesem Zeitraum eine begeisterte 5*-Bewertung für sein Unternehmen auf Facebook veröffentlichte:
number23

Was meint ihr dazu:
Ist der Shitstorm gegen Number26 gerechtfertigt, denn was als junges, frisches Startup begonnen hat, hat sich erschreckend Schnell dem Gebahren der kundenunfreundlichen Altbanken angepasst?
Oder sollen die Leute sich mal nicht ins Hemd machen: Die Kündigungen waren rechtlich in Ordnung und ein Unternehmen muss in erster Linie darauf aus sein, wirtschaftlich zu arbeiten – gerade in der Anfangsphase.

25 Apr 2016

Sandro Wagner, „Starspieler“ von Darmstadt 98, meint, dass Fußballer zu wenig verdienen.

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Fußballer sind schon eine bemitleidenswerte Berufsgruppe. Sie müssen sich tagein, tagaus auf dem Fußballplatz abrackern, müssen andauern aufpassen, dass sie in der Öffentlichkeit gut rüberkommen, regelmäßig geschliffen formulierte Interviews geben. Und das alles für einen Hungerlohn.
Das findet zumindest Sandro Wagner, der derzeit von Darmstadt 98 sein knapp-über-Hartz-IV Gehalt bezieht. Auf die Frage, ob Fußballer mittlerweile evtl. zu viel Geld für ihre Arbeit bekommen, antwortete er:

Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die Bayern zu wenig verdienen – selbst zwölf Millionen oder so

Und ein Fußballer muss wahrhaftig viel aufgeben: Permanent steht man als vermeintliches Vorbild unter Beobachtung und darf weder in Hotellobbys pinkeln, noch mit Dönern umherschmeißen oder ohne Führerschein fahren. Einfach alles wird einem zur Last gelegt!
Gerade wenn man dann noch bedenkt, dass man als Fußballer vom regelmäßigen Kopfballspiel anscheinend so schusselig wird, dass einem mal hier, mal da son bisschen Kleingeld (70 k€) verlorengeht, ist es nur zu verständlich, dass 12 Millionen schnell knapp werden können. Und der ein oder andere Sportwagen, den man zum lappenlosen Fahren so braucht, läuft ja auch nicht mit Luft und Liebe.
Kurze Zeit nach diesem Interview rudere Wagner freilich etwas zurück: Vor allem habe er Fußballer der zweiten und dritten Liga gemeint (stimmt, so würde ich seine obige Aussage auch sofort interpretieren 😀 ) und ein Profi müsse schließlich auch sonst auf vieles verzichten, z.B. auf Discobesuche am Wochenende.
Den vorprogrammierten Shitstorm hat er aber wohl kommen sehen. Er relativierte, auch Angehörige anderer Berufe sollten mehr Geld bekommen, z.B. Pfleger und Polizisten.
Na, Herr Wagner. Vielleicht son Milliönchen ab jetzt für jeden Polizisten? Und was ist all den anderen Leuten, die vor ihrem zweistündigen Fußballtraining schon den ganzen Tag einen richtigen Job hatten?

Was meint ihr: Soll Sandro mal einen Monat ShitstormsToiletten putzen und dann mal sehen, wieviele Millionen auf seinem Kontoauszug stehen?
Oder sollen sich die ganzen Leute mal nicht ins Hemd machen: Fußball ist voll wichtig, und es sind auf jeden Fall höhere Gehälter für Fußballer, Polizisten und Pfleger nötig? Ich hätte auch nen Vorschlag, wo die vielen Millionen herkommen sollen: Wenn jeder so viel verdient, gibt’s schließlich auch viel mehr Steuern, ist doch logisch!

Nachlese: Darmstädter Tagblatt

8 Apr 2016

Ein Chinese schenkt seinen 10 besten Managern Maseratis, um diese danach bei einer Offroad-Rally zu zerstören.

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Ni Hai Shan, Chinesischer Geschäftsmann, hat ein Vermögen mit seinem Familienunternehmen für traditionelle chinesische Wundauflagen gemacht. Den Erfolg wollte er mit seinen höchsten Angestellten teilen und deshalb hat er jedem seiner 10 besten Manager einen Maserati Ghibli geschenkt, eine schicke italienische Sportlimousine. Da so ein einfaches Geschenk aber langweilig ist, hat er sich überlegt, mit den Männern einen Roadtrip zu unternehmen und den 2000 Kilometer langen Sichuan Tibet Highway in den neuen Autos zu bezwingen. Soweit eigentlich ja kein Problem, aber in China hat man anscheinend eine ganz eigene Vorstellung vom Wort Highway und so besteht diese Straße zu großen Teilen aus Schotterpisten mit rekordverdächtigen Schlaglöchern nebst einigen Flussdurchfahrten, steilen Abgründen und wackeligen Brücken. Dies erklärt auch ihren inoffiziellen Namen: „Highway of Death“.
Netterweise hat Shan das Spektakel immer mal wieder mit dem Handy festgehalten und für uns veröffentlicht. Einen kleinen Einblick seht ihr hier (Shan fährt als Chef einen roten Ferrari F12):

Da steigen dem Autofan die Tränen in die Augen. Sechs der neuen Maseratis haben das Ziel leider nicht erreicht und die fünf Autos, die angekommen sind, haben es teilweise auch nur mit schwersten Schäden über die Ziellinie in Lhasa (Tibet) geschafft, am Chefferrari ist unter Anderem ein Vorderrad samt Radlager abgebrochen.
Aber Shan hat sich wohl gedacht: Autos sind nicht dazu da, um in einer Garage ihr trauriges Dasein zu fristen, wie der Sultan von Brunei es bevorzugt, sondern um damit etwas zu erleben. Vielleicht hätte er für seine treuesten Manager aber doch eher den neuen Maserati Geländewagen „Levante“ als Geschenk wählen sollen, der wäre für Flussdurchfahrten sicher geeigneter gewesen.
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Für Shan war der Ausflug trotzdem ein voller Erfolg. Denn zum einen habe die strapaziöse Reise den Zusammenhalt in seinem Team verstärkt und am Ziel angekommen hat er mit den verbleibenden fünf Mitstreitern (die anderen wurden nämlich nicht mitgenommen oder so xD) ausgiebig das Erreichen des Ziels im Naturpark Kekexili gefeiert. Und auf dem Weg dorthin gab es viel zu sehen.
Zudem hält er die ganze Sache auch für eine gelungene PR-Aktion, denn seiner Meinung nach müsse er der Gesellschaft seinen Reichtum demonstrieren, sonst würde der Eindruck entstehen, es ginge der Firma schlecht. Anscheinend geht’s der Firma also gut…
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Was meint ihr dazu:
Ist eine solche, öffentlich zelebrierte Autozerstörungsreise die Krönung der Dekadenz und Ni Hai Shan sollte sich vor einem Shitstorm in Acht nehmen (Der Sultan von Brunei würde bestimmt mitstormen, so wie er seine Autos vor Kratzern beschützt)?
Oder sollen sich die Kritiker dieses definitiv bemerkenswerten Events mal nicht ins Hemd machen: Ni Hai darf mit seinem Geld machen, was er will. Andere Firmen geben viel mehr Geld für das Sponsoring von Autorennen aus. Und die Chinesischen Bonzen haben vielleicht auch einfach eine andere Sicht auf die Dinge als die uns besser bekannten Russischen, Arabischen und Amerikanischen Milliardäre.

Nachlese: Shanghaiist