16 Aug 2016

Shitstorm gegen die Hahner-Zwillinge

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Der Olympische Marathonlauf ist ein Wettkampf, bei dem wohl jeder ernsthafte Läufer gerne mal dabei sein würde. Die deutschen Läuferinnen Anna und Lisa Hahner haben es geschafft. Doch nun stehen sie für ihren Auftritt bei diesem Lauf massiv in der Kritik. Und zwar nicht für ihre Leistung, mit einem Rückstand von 21 Minuten nur die enttäuschenden Plätze 81 und 82 belegt zu haben, sondern für die Art und Weise, wie sie den Lauf beendeten.
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Während nämlich der händchenhaltende Zieleinlauf der Beiden auf den ersten Blick nach einem Musterbeispiel für olympischen Sportsgeist aussah, ebenso wie die Freude über den geschafften Zieleinlauf nach dem Motto „Dabei sein ist alles“, kritisierte der Deutsche Leichtathletik-Verband die Zwillinge für ihren medienwirksamen Auftritt hart:

Die Hahner-Zwillinge Lisa und Anna beendeten ihr olympisches Marathon-Rennen mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin, mit mehr als 15 Minuten über ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82. Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung.

Bei Olympia ginge es nunmal nicht um das Dabeisein, sondern darum, bei diesem Zusammentreffen der besten Sportler der Welt Höchstleistungen abzurufen. Die beiden sollten ihre strahlenden, händehaltenden Zieleinläufte stattdessen beim „Miss-Zöpfchen-Lauf in Solingen“ veranstalten. Vor allem zielt die Kritik jedoch darauf ab, dass die beiden sich mittlerweile prächtig selbst vermarkten. Und mit inszenierten Lächelfotos wie obigem stehlen sie dabei den erfolgreicheren Sportlern wie der mit Rang 41 besten Deutschen Anja Scherl auf unfaire Weise die Schau.
Die beiden wurden mit Anna Kurnikowa verglichen, denn diese habe ebenfalls allein mit ihrer Selbstvermarktung Unsummen im Tennisgeschäft und darum herum verdient, ohne ein einziges Major Turnier gewonnen zu haben.

Aber was meint ihr dazu:
Ist der Shitstorm gerechtfertigt gegen zwei Sportlerinnen, die die Olympischen Spiele lediglich als Werbeplattform für ihr Business missbrauchen und damit die wahre Olympische Idee untergraben, für Ruhm und Ehre bis an sein Äußerstes zu gehen?
Oder sollen sich die Leute nicht ins Hemd machen: Neid hat noch niemandem gutgetan und die Beiden können durchaus stolz sein, in Rio auf Platz 81 und 82 gelandet zu sein. Oder wollen die Funktionäre vom Deutschen Verband etwa sagen, dass man auf einen 81. Platz nicht stolz sein darf? Wie wird das wohl die letztplatzierte Nary Ly aus Kambodscha sehen?

Comments
  1. 12 Monaten ago

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