Archiv: Juli 2016

31 Jul 2016

Shitvote: Der Shitstorm der Woche #18

Mal wieder ist eine Shitstormwoche vergangen. Aber welcher Scheiß hat am meisten Scheiß aufgewirbelt?
Diese Woche im Rennen:
– Getty Images, das gemeinfreie Bilder stiehlt und kostenpflichtig zum Verkauf anbietet und sogar die rechtmäßigen Besitzer der Bilder abmahnt, weil sie nicht bezahlt haben.
– Mario Barth, der von Michael Mittermeier bezichtigt wird, mit seiner Besorgnis über gehäufte Amokläufe/Attentate am „billigen Rand“ zu fischen und Panik zu verbreiten.
– Nintendos Börsenwert, der sich wegen Pokemon Go binnen zwei Wochen mehr als verdoppelte und nach Bekanntgabe von Nintendo, dass man selbst quasi nicht an dem Spiel beteiligt sei, glatt wieder über 30% verlor.
– Die Panikmache der Medien beim Amoklauf in München, die massenhaft gefakete Bilder und Nachrichten aus den Sozialen Netzwerken vollkommen ungeprüft in die große Öffentlichkeit hinausposaunten.
Außerdem:
– Prinz George, der zum 3. Geburtstag einen Hund bekam,
– Kasper Knight, der sich zur Promozwecken durch die Wange geschossen hat und
– Das IOC, das die Nutzung von Hashtags wie #Rio2016 nur offiziellen Sponsoren erlauben will.
Ihr seid dran:



Außerdem nun die Ergebnisse der letzten Woche:
1. Platz:
Die absolute Mehrheit von 54% hat sich Renate Künast gesichert für ihren Tweet, die Polizei hätte sich beim Würzburger Attentäter mal mehr Mühe geben sollen, den armen Mann nicht zu erschießen.
2. Platz:
20% der Stimmen gabs dafür, dass immer mehr Leute während der Fahrt mit dem Handy simsen, whatsappen, daddeln und lesen und dadurch auch immer mehr Unfälle passieren.
3. Platz:
17% hat sich das ZDF geholt, weil es das heute-Journal absagte, um das Freundschaftsspiel der Ersatzmannschaften von Bayern und Manchester City zu zeigen. Langweilig wars obendrein.

30 Jul 2016

Shortstorm: Das IOC will die Nutzung von bestimmten Olympia-Hashtags verbieten

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Die Olympischen Spiel von Rio kommen allmählich näher. Und damit kommt allmählich auch die Shitstormmaschinerie solcher Großereignisse in Fahrt. Nach dem russischen Dopingthema hat das IOC nun den nächsten Aufreger parat:
Laut IOC-Vorgaben, dürfen Hashtags wie #Rio2016, #Olympia und #OlympischeSpiel während der Dauer der Olympischen Spiele ausschließlich von Unternehmen verwendet werden, die offizielle Olympiasponsoren sind. Der deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will außerdem nicht-Sponsoren verbieten, Tweets und Posts der offiziellen Olympia-Accounts zu teilen. Bei Nichtbefolgung dieser Richtlinien drohen ansonsten rechtliche Schritte.
ioctwitter
Juristische Experten zweifeln jedoch an der Durchsetzbarkeit dieses Verbotes. Medienanwalt Carsten Ulbricht ließ über Spiegel Online verlauten, dass Sätze wie „Wir freuen uns auf #Rio2016“ keine Markenverletzung sein können. Solange nicht gezielt ein Produkt beworben wird, dürften die Hashtags definitiv von jedem benutzt werden. Das Verbot des Teilens und Retweetens bezeichnete er noch eindeutiger als vollkommen „absurd“.
Was meint ihr dazu:
Hat sich das IOC einen gehörigen Shitstorm verdient für die maßlose Kommerzialisierung des Sports? Wie passen der immer beschworene „Amateursport“ und Milliardeneinnahmen zusammen? Ist das IOC genau wie die FIFA eine korrupte Organisation der Gier und die Reglementierung von Hashtags ist einfach nur absurd?
Oder sollen sich die Leute mal nicht ins Hemd machen: Irgendwo muss ja die Grenze gezogen werden kann, wo ein offizieller Sponsor gegenüber einem Trittbrettfahrenden Unternehmen einen Vorteil hat. Um Tweets von Privatpersonen geht’s ja eh nicht…

29 Jul 2016

Getty Images stiehlt in großem Stil Bilder und bittet dann zur Kasse

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Das Geschäft von Bildagenturen, die mit sogenannten Stockfotos handeln boomt. Der Bedarf an Fotos, die alles mögliche illustrieren wird jeden Tag größer und immer seltener gibt der Verwender solcher Fotos diese bei einem Fotografen extra in Auftrag. Stattdessen kann man bei Shutterstock, Getty Images oder iStockPhoto aus einem unglaublich großen Katalog von schlagwortsortierten Fotos in Sekundenschnelle genau das heraussuchen, was man benötigt, zu Preisen, die um ein vielfaches geringer sind als der Arbeitslohn eines eigens beauftragten Fotografen.
Noch schöner wird diese Idee dadurch, dass es mittlerweile auch Bilddatenbanken gibt, die ihre Fotos gemeinfrei zur Verfügung stellen. Oft ist die einzige Bedingung, dass der Fotograf als Urheber des Fotos genannt werden möchte.
Eine solche Fotografin ist die 70-jährige Amerikanerin Carol Highsmith. 100.000 Fotos, die die gesamten USA zeigen und die sie seit 1980 geschossen hat, hat die rüstige Fotografin der US-Amerikanischen Library of Congress vermacht, um sie kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
getty
Als Carol Highsmith für eines ihrer eigenen Fotos, das sie auf ihrer Website veröffentlicht hatte, abgemahnt wurde, war sie entsprechend sehr überrascht. 120 Dollar und die Entfernung des unrechtmäßig verwendeten Fotos forderte von ihr die Firma „License Compliance Services“ (LCS), die die Rechte von Getty-Images wahrnimmt.
Da Highsmith allerdings belegen konnte, dass sie die rechtmäßige Urheberin des Werkes war, zog LCS die Forderung rasch wieder zurück. Damit war Carol Highsmith jedoch den unlauteren Geschäftspraktiken von Getty Images auf die Schliche gekommen und verklagt nun ihrerseits Getty Images.
18.000 von ihren selbst geschossenen Fotos hat Getty Images widerrechtlich in seinen kostenpflichtigen Katalog aufgenommen. Für manche Fotos soll man bei Getty 500 € zur Nutzung zahlen. Nachdem Getty bereits in einem ähnlichen Fall einem Fotografen für ein einziges Foto 1,2 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen musste, fordert Highsmith nun von Getty die runde Summe von einer Milliarde Dollar (schäbige 50.000 pro Foto).
Wenn man sich überlegt, wie oft Getty diese Fotos schon verkauft hat und wie viele weitere Nutzer der Bilder schon abgemahnt wurden und stillschweigend bezahlten, eine für diesen organisierten Betrug vielleicht gar nicht so unangemessene Strafe. Das finden jedenfalls die Nutzer der sozialen Netzwerke:

– sollte man als Anlass nehmen mal die Rechte der anderen Bilder von Getty abzuklopfen … ich würde mich wundern wenn das jetzt ein Einzelfall wäre.
– Ich drück ihr jedenfalls die Daumen.
– Gier! Getty kriegt den Hals nicht voll genug!

Was meint ihr dazu:
Hat Getty sich einen riesen-Shitstorm verdient für einen Beispiellosen Betrug und man sollte der 70-jährigen die Daumen drücken, dass sie fit genug ist, um einen langen Milliardenprozess zu gewinnen?
Oder sollen sich die Leute nicht ins Hemd machen: That’s Business! Außerdem…wenn sie die Bilder verschenkt, hat sie doch eh keinen Schaden, hä?!

28 Jul 2016

Shortstorm: US-Rapper Kasper Knight schießt sich als PR-Maßnahme in die Fresse

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Was machst du, wenn du dich für den größten Rapper hältst, aber keine Sau dich kennt? Aufmerksamkeit erzeugen um jeden Preis. Irgendwelche Ideen?

Nackt sein – geht nur für Frauen. (Blablabla, Sexismus…es ist so.)
Leute beleidigen – braucht eine gewisse Grundbekanntheit. (Böhmermann, Money Boy)
Drogen nehmen – macht eh jeder.
Jemanden abknallen – Zugegeben: Gangstermäßig, aber Knast ist ein Karrierekiller.

Es muss also was Innovatives sein, was die Leute buchstäblich vom Hocker reißt, etwas krasses, noch nie dagewesenes. Kasper Knights genialer Einfall war: Ich schieße mir mit einem Revolver seitlich durch die Wange. Richtig gemacht sicher schmerzhaft, aber nicht lebensgefährlich und 100% Gangstastyle und 100% Cojones! Und als sein Kameramann sich weigerte, eine solche Szene für sein Musikvideo aufzunehmen, nahm MichaelKasper Knight die Sache einfach selbst in die Hand:

Ziel erreicht: 500.000 Views hatte das Originalvideo in wenigen Tagen und wurde dabei über 16.000 Mal geteilt. Klar war natürlich auch, dass die Reaktionen überwiegend kopfschüttelnder Natur sein würden und es kamen unter anderem Sprüche wie „Wenn man mit seiner Musik nichts reißen kann, dann will man halt auf andere Weise gesehen werden, aber sowas?!“
Durch das Video hatte Kasper Knight dann aber anscheinend eine ausreichende Grundbekanntheit um im Stile von Money Boy auf mit Worten nach weiterer Aufmerksamkeit zu fischen, und so antwortete er seinen Kritikern ganz lässig herablassend:

Kommt klar damit. Mir ist scheißegal, ob ihr wollt, dass ich lebe oder sterbe, solange ihr mir Geld zahlt.

Was meint ihr dazu:
Ist der SuppenkasperKasper Knight nicht ganz dicht und die Öffentlichkeit beschimpft ihn zu Recht als Vollidioten, dessen Musik durch diese Aktion trotzdem nicht erfolgreich werden wird?
Oder sollen sich die Loser mal nicht ins Hemd machen, Knight hat gezeigt, dass er im Gegensatz zu vielen anderen echte Eier hat, wie es sich für einen Gangster gehört. Diese Authentizität wird ihn noch ganz groß machen!

28 Jul 2016

Shortstorm: Prinz George kriegt zum 3. Geburtstag einen Hund. Tierquälerei!

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Ist er nicht goldig, der kleine Sohn von William und Kate?
Prinz George hat kürzlich seinen dritten Geburtstag gefeiert! Und anscheinend hat er zum Geburtstag einen Hund bekommen, dem er als großzügiger Edelmann, der er von Geburt her ist, glatt etwas von seinem Eis anbietet. Wie lieb 🙂
george
Nix lieb!
Milchprodukte sind für Hunde schwer verdaulich und Tierschutzvereine meldeten: „Ein Kind mit drei Jahren – ob nun blaublütig oder nicht – kann noch keine Verantwortung für die Betreuung eines Tieres übernehmen.“
In den sozialen Medien formulierte man drastischer: zu lesen war von „Tierquälerei“, „Monstermonarchie“ und

„Prinz George sieht jetzt schon aus wie ein kompletter Volltrottel.“

Was meint ihr:
Ist dieser Shitstorm gegen den adligen Dreijährigen gerechtfertigt, denn seine dumme Tierquälerfresse nervt!
Oder sollen sich die Leute mal nicht ins Hemd machen? Der Junge ist Drei. Glaubt ernsthaft jemand, dass er sich ganz alleine um den Hund kümmern soll?!